17/10/2017
Veranstaltungen

Sicherung der ärztlichen Versorgung: HFBP entwickelt Lösungsstrategien

Das Durchschnittsalter der niedergelassenen Mediziner in Deutschland steigt und es fehlt bundesweit an Nachfolgern. Wie Kommunen aktiv dazu beitragen können, die ambulante ärztliche Versorgung vor Ort zu sichern, war Thema einer Fachtagung am 29. September 2017 in Staufenberg, bei der auch Experten der HFBP Rechtsanwälte Rede und Antwort standen.

Warum gibt es immer mehr Medizinstudenten, aber immer weniger Ärzte in der klassischen Einzelpraxis? Was erwarten junge Mediziner von ihrem künftigen Arbeitsplatz? Was können Kommunen tun, um ihre Region attraktiver zu machen? Auf diese Fragen hat die erste „Fachtagung zur medizinischen Versorgung“ Antworten gegeben. Veranstaltet wurde sie von der Projektentwicklungsfirma IWG (Ideenwelt Gesundheitsmarkt), einem Kooperationspartner der HFBP.

Unter den rund 40 Tagungsteilnehmern waren mehr als 20 Bürgermeister sowie weitere Vertreter von Städten, Gemeinden und Landkreisen aus ganz Hessen. Sechs Referenten boten eine Einführung in das Thema ärztliche Versorgung und Lösungsvorschläge zum Problem des Ärztemangels.

So war etwa der Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten, Dr. Hans-Friedrich Spies, einen Blick auf die Trends in der zukünftigen ambulanten Versorgung. Er verwies darauf, dass die Anzahl der Mediziner insgesamt zwar ansteige, jedoch die zur Verfügung gestellte „Arztzeit“ durch Teilzeitmodelle und den Wunsch nach einer besseren Vereinbarung von Familie und Beruf abnehme. So entstehe ein „gefühlter Ärztemangel“.

„Das Problem nicht aussitzen“

Als Experte in Sachen Kooperationen stand der Fachanwalt für Medizinrecht Alexander Bechtler (HFBP Rechtsanwälte) Rede und Antwort. Bechtler erläuterte zum Beispiel die Chancen und Risiken der Gründung eines kommunalen MVZ. Zudem sei es unerlässlich, dass auch die niedergelassenen Ärzte offen für neue Formen der Zusammenarbeit sind.

Eine Möglichkeit, die geeignete Infrastruktur für die ärztliche Versorgung der Zukunft bereitzustellen, kann der Bau eines Ärztehauses sein. Deshalb informierte der Fachanwalt für Verwaltungsrecht Kay Schulz (HFBP Rechtsanwälte) in seinem Vortrag über die baurechtlichen Voraussetzungen hierfür.

„Dass Praxen nicht mehr nachbesetzt werden können, ist jetzt schon akut und nicht mehr nur ein Problem in ländlichen Regionen“, so Alexander Bechtler. „Jede Stadt, jede Gemeinde, jeder Landkreis sollte hier aktiv werden. Wer versucht, das Problem auszusitzen, läuft Gefahr, abgehängt zu werden. Wir müssen heute die Weichen für die medizinische Versorgung der nächsten Jahrzehnte stellen.“

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Dr. Mareike Piltz

Rechtsanwältin

Fachanwältin für Medizinrecht