22/4/2020
Medizinrecht

Neue EBM-Ziffern für Krebsvorsorgeuntersuchungen bei Frauen

Zum 01.01.2020 startete das vom Gemeinsamen Bundesausschuss im Jahr 2018 beschlossene Programm zur Früherkennung von Zervixkarzinomen.

Sowohl die Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) als auch die Richtlinie für organisierte Früherkennungsprogramme (oKFE-RL) wurden entsprechend geändert. Gesetzlich krankenversicherte Frauen zwischen 20 und 65 Jahren werden nunmehr von ihrer Krankenkasse in wiederkehrenden Abständen über die Teilnahmeoption an diesem Früherkennungsprogramm informiert und auf die Möglichkeit der Untersuchungen hingewiesen. In Abhängigkeit des Alters haben Patientinnen Anspruch auf verschiedene Früherkennungsuntersuchungen.

Der Bewertungsausschuss hat damit einhergehende Änderungen im EBM zum 01.01.2020 beschlossen, die sowohl für Gynäkologen, Zytologen, Pathologen als auch Ärzte mit der Genehmigung für das Speziallabor maßgeblich sind. Die Anpassungen des EBM betreffen zum einen das Primärscreening und zum anderen die Abklärungsdiagnostik zum Zervixkarzinom, welche bei auffälligen Befunden im Primärscreening vorgesehen ist. Die bisherigen Vorsorgeuntersuchungen der GOP 01730 sowie GOP 01733 EBM wurden zum 31.12.2019 gestrichen. Die neuen Leistungen zur Früherkennung eines Zervixkarzinoms sowie zur Abklärung auffälliger Befunde finden sich in dem neu aufgenommenen Abschnitt 1.7.3.2 EBM und sollen zunächst extrabudgetär vergütet werden. Darüber hinaus ergeben sich in weiteren Kapiteln und Abschnitten des EBM Folgeänderungen in Zusammenhang mit der Aufnahme dieser neuen Leistungen. Die GOP 01825 sowie 01826 EBM werden ebenso wie die GOP 32819 EBM redaktionell neu gefasst und zwei neue Leistungen in den Abschnitt 19.3 EBM aufgenommen.

Das Muster 39 wurde zum 01.01.2020 überarbeitet und angepasst. Es kann nunmehr auch für die Veranlassung des HPV-Tests durch die Gynäkologen verwandt werden. Auch eine digitale Auftragserteilung ist mit dem neuen Muster 39 möglich.

Gerne beraten wir Sie hinsichtlich der vorgenommenen EBM-Änderungen und den damit für Ihre Praxis verbundenen Auswirkungen ausführlich.

Ann-Kathrin Pfeifer

Rechtsanwältin