4/1/2019
Medizinrecht

Fallwerterhöhungen in RLV und QZV aufgrund von Praxisbesonderheiten

Fallwerterhöhungen in RLV und QZV aufgrund von Praxisbesonderheiten

Zum 01.04.2018 ist ein neuer Honorarverteilungsmaßstab der KV Hessen in Kraft getreten. Eine der wichtigsten Neuerungen besteht in der Regelung zur Gewährung von Sonderregelungen zu den Regelleistungsvolumina und qualifikationsgebundenen Zusatzvolumina. Darin heißt es, dass der Vorstand der KV Hessen im Hinblick auf die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung von einer Abstaffelung in Ausnahmefällen und auf Antrag bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens ganz oder teilweise absehen und in begründeten Fällen Sonderregelungen beschließen kann. Dies gilt insbesondere für Fallwerterhöhungen aufgrund von Praxisbesonderheiten.

Praxisbesonderheiten ergeben sich aus einem besonderen Versorgungsauftrag oder einer besonderen, für die Versorgung bedeutsamen fachlichen Spezialisierung. Das bedeutet, dass grundsätzlich Leistungen, die einer besonderen Qualifikation oder Praxisausstattung bedürfen und einem arztübergreifenden Kapitel des EBM entstammen, einer Praxisbesonderheit zugänglich sind. Des Weiteren wird geprüft, ob die Leistungen von weniger als der Hälfte der Praxen der Fachgruppe erbracht werden.

Voraussetzung für die Gewährung einer Fallwerterhöhung ist, dass im RLV der individuelle Fallwert den RLV-Fallwert der Fachgruppe um mindestens 20 % überschreitet; im QZV muss die zugewiesene Obergrenze um mindestens 20 % überschritten werden. Weiterhin muss der Leistungsanteil für die Praxisbesonderheit mindestens 20 % der Honoraranforderung betragen.

Allerdings gilt dies nur noch im Verwaltungsverfahren. Das bedeutet, dass ein Antrag auf Gewährung einer Fallwerterhöhung nur solange möglich ist, bis der Honorarbescheid für das entsprechende Quartal erlassen wird.

Tanja Rehde-Ellinghaus

Beraterin